Plasmablasen faszinieren Wissenschaftler seit Langem, doch die Erforschung des “Weltraumwetter”-Phänomens ist schwer. Ein neuer Superradar in China, der stärkste seiner Art, soll Antworten liefern und hat jetzt eindrucksvoll seine Leistungsfähigkeit bewiesen.
Chinesische Akademie der Wissenschaften
Das Phänomen, das die Kommunikation mit Satelliten empfindlich stören kann, weckt in den letzten zwei Jahrzehnten rund um den Globus großes Interesse. Plasmablasen, sind Wolken geladener Teilchen, die sich in hunderten Kilometern Höhe in der Ionosphäre ansammeln und in kurzer Zeit riesige Ausmaße annehmen können. Chinesische Forscher haben jetzt gezeigt, dass man mit einer sehr leistungsstarken Radar-Anlage Plasmablasen über große Distanzen aufspüren kann.
Das Low Latitude Long Range Ionospheric Radar (LARID) wurde extra für diesen Zweck auf der Insel Hainan im Süden Chinas gebaut. Wie das Institut für Geologie und Geophysik laut SCMP jüngst mitteilt, soll mit der Anlage die bisher größte Radardetektion von Plasmablasen gelungen sein. Besonders spannend: Die am weitesten entfernten Radarechos des Phänomens konnten dabei aus Nordafrika eingefangen werden – eine Entfernung von rund 9,600 Kilometer. Die Leistung konnte in wenigen Monaten damit verdreifacht werden.
Während normale Radar-Anlagen Probleme haben, Ziele unterhalb des Horizonts zu erkennen, kann LARID diese Einschränkung mit seiner hohen Leistung überwinden. Das Radar sendet elektromagnetische Wellen mit so hoher Leistung aus, dass diese wiederholt zwischen der Ionosphäre und dem Boden hin- und her prallen. Treffen die Strahlen dabei auf eine Plasmablase, werden sie teilweise reflektiert. Diese Signale können die Wissenschaftler erkennen.
LARID erreicht extreme Reichweite
Mehr solche Anlagen
Noch reicht LARID nicht aus, um das potenziell gefährliche Phänomen global überwachen zu können. Deshalb schlagen die chinesischen Wissenschaftler jetzt vor, weitere Anlagen dieser Art zu bauen. Drei bis vier weitere derartige Radar-Anlagen würden demnach ausreichen, um Plasmablasen in Echtzeit mit dem so entstehenden “Super-Radarnetz” erfassen zu können.
Zusammenfassung
- Plasmablasen stören Satellitenkommunikation weltweit
- Neues Superradar in China zeigt beeindruckende Ergebnisse
- LARID kann Plasmablasen über 9,600 km Entfernung detektieren
- Chinesisches Radar überwindet Limitationen normaler Radare
- LARID sendet starke elektromagnetische Wellen in die Ionosphäre
- Reflektierte Signale von Plasmablasen werden aufgefangen
- Vorschlag zum Bau weiterer Radar-Anlagen zur globalen Überwachung
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